Was ist Suchintention?
Die Suchintention, englisch Search Intent, ist das Ziel hinter einer Suchanfrage: Will jemand etwas wissen, eine bestimmte Website aufrufen, Angebote vergleichen oder etwas kaufen? Google versucht, diese Absicht zu erkennen, und zeigt dazu passende Ergebnisse. Inhalte, die das Ziel der Suchenden erfüllen, haben deshalb bessere Chancen auf gute Positionen.
Die vier gängigen Arten
In der SEO-Praxis werden Suchanfragen meist in vier Gruppen eingeteilt. Diese Einteilung ist ein Arbeitsmodell der Branche, keine offizielle Kategorie von Google. Viele Suchanfragen haben zusätzlich einen lokalen Bezug.
| Art | Ziel | Beispiel | Passender Inhalt |
|---|---|---|---|
| Informational | etwas wissen | „was ist hreflang“ | Erklärung, Ratgeber |
| Navigational | eine bestimmte Seite finden | „orf tvthek“ | die gesuchte Website |
| Kommerziell | vor dem Kauf vergleichen | „saugroboter test“ | Vergleich, Testbericht |
| Transaktional | kaufen, buchen, anfragen | „fahrrad kaufen wien“ | Produkt- oder Angebotsseite |
Wie Google die Absicht erkennt
Google beschreibt, dass es zuerst versucht, die Bedeutung einer Anfrage zu verstehen. Dafür nutzt es Sprachmodelle, korrigiert Tippfehler und erkennt Synonyme. Das Synonymsystem verbessert laut Google die Ergebnisse bei über 30 Prozent der Suchanfragen über alle Sprachen hinweg. Außerdem achtet Google auf die Art der Anfrage: Wörter wie „Rezept“ oder „Bilder“ verändern die Ergebnisse, bei „Pizza“ erscheinen Lokale in der Nähe, bei aktuellen Ereignissen zählt Frische.
Auch der Kontext fließt ein, etwa Standort und frühere Suchen. Google nennt als Beispiel „football“: In Chicago geht es um American Football, in London um Fußball. Seit 2019 hilft das Sprachmodell BERT, Feinheiten wie Präpositionen zu verstehen. Laut Google betraf das damals jede zehnte englischsprachige Suche in den USA.
Inhalte an der Suchintention ausrichten
- Suchen Sie Ihr Keyword selbst und sehen Sie sich die Ergebnisseite an: Ratgeber, Shops, Videos oder Karte zeigen, was Google für passend hält.
- Wählen Sie das Format, das dominiert. Eine Angebotsseite rankt selten für eine reine Wissensfrage.
- Beantworten Sie die Frage früh und vollständig. Google fragt in seinen Leitlinien, ob Leser danach genug wissen, um ihr Ziel zu erreichen.
- Trennen Sie verschiedene Absichten auf verschiedene Seiten, statt alles auf eine zu packen.
Bevor wir dieses Lexikon gestartet haben, zeigte SE Ranking für „seo glossar“ in Österreich nur rund 10 Suchen im Monat. Nach einer Sammlung von Begriffen sucht also kaum jemand, nach einzelnen Begriffen mit klarer Wissensabsicht dagegen schon. Deshalb hat jeder Begriff eine eigene Seite mit einer Überschrift wie „Was ist …?“ und einer Kurzdefinition ganz oben. Unsere Leistungsseiten bedienen dagegen die Anfrage-Absicht, etwa mit „Wien“ im Titel. Lexikon-Einträge zu Begriffen mit eigener Leistungsseite tragen bewusst kein „Wien“ im Titel, damit beide Seiten nicht um dieselbe Absicht konkurrieren.
Häufige Fragen
Kann eine Suchanfrage mehrere Absichten haben?
Ja. Kurze oder mehrdeutige Begriffe werden oft mit unterschiedlichen Zielen gesucht. Google mischt dann verschiedene Ergebnisarten auf der Ergebnisseite, etwa Erklärungen, Shops und lokale Treffer. Für solche Begriffe lohnt sich ein Blick auf die Ergebnisse, bevor Sie einen Inhalt planen.
Wie finde ich die Suchintention eines Keywords heraus?
Am zuverlässigsten ist ein Blick auf die aktuellen Suchergebnisse: Welche Art von Seiten steht oben, gibt es eine Karte, Videos oder Produktanzeigen? Viele Keyword-Tools ordnen Begriffen außerdem automatisch eine Absicht zu, das ist aber nur eine Schätzung.
Ist die Suchintention ein Rankingfaktor?
Google führt sie nicht als einzelnen Rankingfaktor. Die Systeme von Google sind aber darauf ausgelegt, die Bedeutung einer Anfrage zu verstehen und die relevantesten Inhalte zu zeigen. Eine Seite, die nicht zur Absicht passt, ist für diese Anfrage schlicht weniger relevant.